An vielen Salonabenden haben wir Murat Parlak in Verbindung mit anderen Künstlern erlebt; mal in einer Lesung oder einem Theaterstück, mal mit Gesang oder im Duo mit anderen Instrumenten. Es waren allesamt wunderschöne Ereignisse. Doch nun war es höchste Zeit, ihn wieder als Solisten zu hören. Ganz neu hat er für sich den sehr selten gespielten, katalanischen Komponisten Frederic Mompou entdeckt, dessen Kompositionen stark von den Impressionisten Debussy und Satie beeinflusst waren und die er ganz im Stil des Minimalismus komponierte. In seinen kurzen, oft über lange Zeit komponierten Stücken folgte er seiner persönlichen Maxime „Keine Note zu viel und keine Note zu wenig zu schreiben“. In ihm findet sich Murat Parlak wieder. Entsprechend seinem individuellen Stil hat er, von Mompou inspiriert, mehrere Stücke komponiert, die er neben Stücken von Mompou beim Konzert „Eine Reise ins Unbekannte“ uraufführte. Es war eine Reise in unbekannte Klangwelten, gefühlvoll, tragend, begeisternd. An vielen Stellen hielt das Publikum den Atem an, in gespannter Erwartung, welche Note die nächste sein wird. Das heftige Gewitter des Abends verband sich harmonisch mit den Glocken aus Fréderic Mompous Stücken. In Einklang dazu die eigenen Kompositionen von Murat Parlak, die ungewöhnlich zart und weich und doch kontrastierend waren. Stücke, die gerne wiederholt werden können.
Fotograf*in: Bernhard Simon