Zeitgenössische Kunst, Musik, Theater und Literatur im Einklang mit der Kultur der Gaumenfreuden. Ausstellungen und Veranstaltungen präsentieren sich geladenen Gästen und Kunstinteressierten zu festen Öffnungszeiten.
Es ist das Ziel, Künstler und Kunstschaffende zu fördern und die Begegnung zwischen den unterschiedlichen Welten unserer Gesellschaft zu bereichern. Ein Ort zum Genießen von Kunst und Kultur. Seien Sie willkommen.
Jeden Monat kommen neue Künstler, neue Musiker, Schauspieler, Tänzer in den Stadtstadel.
Alle Impressionen sind in unserem Archiv, egal ob bisherige Ausstellungen, Veranstaltungen oder Informationen zu denen die dazu beitragen, dass jede Veranstaltung zu etwas besonderem wird!
Die Linie, einst Trägerin klarer Bedeutung und exakt gezeichnet, hat sich in den Werken von Ellinor Euler emanzipiert. Sie ist nicht nur länger Mittel, sondern wird zum Thema, als Spur auf der Fläche, als Bewegung im Raum. In ihren Arbeiten löst sich die Linie von der Zeichnung. Sie tritt in den Raum, wird Körper, wird Material und bildet fragile Gefüge zwischen Sichtbarkeit und Auflösung.
Ihre zeichnerische Praxis gründet auf einfachen geometrischen Grundformen wie dem Dreieck, dem Quadrat, dem Kreis und der Linie. Aus ihnen entwickeln sich im Raum Zylinder, Würfel und offene Strukturen, die sich ausdehnen, sich verbinden, sich durchdringen.
Ihre Materialwahl ist vielfältig. Mit verstricktem Draht entstehen netzartige Gebilde, leicht und durchlässig, an Spinnweben erinnernd. Ein jedes Element darin steht in Beziehung zum anderen; es bildet ein Geflecht, in dem alles mit allem vernetzt ist. Sie laden den Blick des Betrachters ein, durch sie hindurchzuwandern, sich auf dem Weg zu verlieren und wieder neu zu orientieren. Und immer wieder scheint es sich aufzulösen, zu entmaterialisieren.
Es entsteht ein Spiel zwischen Form und Farbe, zwischen Dichte und Leere, zwischen Struktur und Auflösung. Eine jede Bewegung im Raum verändert die Beziehung zwischen dem Werk und seinem Betrachter, auch zwischen den Arbeiten zueinander. Ein ständiger Wechsel zwischen Nähe und Distanz.
Auf ihren vielen Reisen nach Indien erweiterte sich ihre Materialpalette. Es kamen Perlen, Pailletten, unterschiedliche Stoffe und Fundstücke aller Art hinzu. Sie fangen auf ihre eigene Weise Licht ein, reflektieren, flimmern und erweitern die Wand-, Boden und Raumobjekte um eine schillernde Dimension.
Die Ausstellung, in der Werke aus der Zeit von 2010 bis 2026 zu sehen sind, zeigt auch Arbeiten aus Papier, mit Heißkleber gefertigte Bilder und dreidimensionale Objekte, ergänzt um Zeichnungen, auf denen die Linie im Mittelpunkt steht.
Text: Ellinor Euler
Ellinor Euler, in Berlin geboren, studierte Architektur. Bis heute lebt und arbeitet sie in Berlin und Brandenburg. Seit Beginn ihrer künstlerischen Tätigkeit hielt sie sich in Künstlerresidenzen in Indien, USA, in Istanbul, Italien und Marokko auf. Bereichernde Aufenthalte, die eine Vielzahl von Spuren in ihren Arbeiten hinterließen. Gleichermaßen folgten Einzel- und Gruppenausstellungen in Berlin und im Ausland.
Die Ausstellung ist jeweils von Freitag bis Sonntag zwischen 13:00 und 16:00 Uhr geöffnet. Über unser Kontaktformular auf unserer Website können Sie auch persönliche Ausstellungsbesuche vereinbaren. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Eve Bergmann
Sigrún Ólafsdóttir
Das Haus Illerstraße 15 gehört zu den ältesten Häusern der ehemaligen Reichsstadt Kempten. Seine Geschichte reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und ist eng mit dem benachbarten Mühlberg-Ensemble verbunden. Das Gebäude diente, vom Fürstabt errichtet, der Versorgung von Pilgern, Reisenden und Bedürftigen. Um 1600 residierte eine Patrizierfamilie in dem dreigeschossigen Satteldachbau, später übernahm die Stadt das Gebäude und wandelte es zum städtischen Bauhof um. Seitdem wird es Stadtstadel genannt.
Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Haus mit viel Liebe zum Detail saniert. Zugeschüttete Kellerräume wurden offengelegt und dabei eine alte Säule sowie ein alter Mühlstein entdeckt. Zu den Besonderheiten zählen Renaissancemalereien und ein gotischer Dachstuhl. Nach unterschiedlicher Nutzung ist der Stadtstadel seit 2021 ein Ort für zeitgenössische Kunst und Kultur.
Nach über dreißig jähriger Managementtätigkeit im Bereich Strategisches Marketing und Kommunikation entschloss ich mich, meinem Interesse an Kunst und Kultur mehr Zeit zu widmen und mit dem Erwerb des Stadtstadels diesem einen festen Raum zu geben.
Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Stilrichtungen in der Kunst und der Dialog mit Künstlern sowie Besuchern fasziniert mich. Es ist eine begeisternde Aufgabe für mich, die schönen Dinge des Lebens ganzheitlich in Szene zu setzen und Interessierten zugänglich zu machen.